Kunst, Dies & Das

Ein Schiffsskelett im Glashaus

Diesmal können sich Familien wieder im Stadtpark treffen, um sich Kunst anzusehen. Genauer gesagt, ein Schiffsskelett. Doch was hat es auf sich mit dieser hölzernen Skulptur im Glaskasten mitten im Stadtpark? Wer hat sie erschaffen?

Die Akku Kunstkiste steht im Stadtpark. Ein Glaskasten, in dem man Kunst bewundern kann. Diesmal steht ein hözernen Schiff auf Stelzen darin, was bei einem Windstoss wohl umfallen würde, wenn es nicht durch den Container geschützt wäre. Es ist sozusagen ein Containerschiff der anderen Art. Was hinter diesem fragilen Kunstwerk steckt, kann der Künstler Adrian Küenzi wohl am besten beantworten. Seit fünf Jahren arbeitet er zum Thema Schiff. Bisher waren seine Schiffe allerdings stabil. Im Glascontainer der Akku-Kunstkiste sieht das etwas anders aus. Das Schiff ist "fragiler, spielerisch, ja schon fast verwunschen", wie aus einer anderen Welt. "Es löst sich fast auf und kann auch nicht mehr an sein Ziel fahren", wie Küenzi beschreibt. 

 

Inspiriert hat Küenzi ein Fluss, der Rhein, denn er wuchs in Stein am Rhein auf. Doch erst ein Symposium auf dem Zürichsee über einen 4-5 m langen Baumstamm hat zum Kunstprojekt der Holzschiffe geführt. Es war jedoch nicht der Baumstamm, sondern die Menschen, die er an diesem Tag traf: ein paar junge Leute, Flüchtlinge. Sie erzählten von ihrer Flucht auf offener See in einem Boot. Sie selbst schafften es, doch alle ihre Freunde starben. Diese eindrückliche Begegnung motivierte Adrian Küenzi zum Bau von Schiffen auf Stelzen. Er wollte einen symbolisch sicheren Hafen erschaffen und ein Schiff, dass nicht mehr kippen kann.

 

Kunst dient hier jedoch nicht nur der Völkerverständigung, sondern auch als Metapher für die Reise des Lebens, welche man nur durch Unterstützung anderer sicher begehen kann, um schliesslich am Hafen anzukommen. Wenn wir diese Metapher weiterführen, ist es nicht verwunderlich, dass das jetzige Werk in der Kunstkiste ein Schiffsskelett ist. Es steht für Endlichkeit und die Fragilität des Seins, aber in seiner Verspieltheit auch für etwas fast schon Kindliches und Neuanfänge. Das Schiff in der Akku-Kunstkiste soll nämlich das vorerst letzte Stelzenschiff sein, bevor sich Künzi einem neuen Projekt zuwendet. Dieses ist momentan noch in der Entwicklungsarbeit. Es soll zwar weiterhin um Schiffe gehen, aber diese sollen reliefartiger dargestellt werden, indem Holzschnitt und Druckgrafik kombiniert werden. Da Küenzi ursprünglich aus dem Druckgewerbe kommt, schliesst er gewissermassen den Kreis zwischen seinen Wurzeln und seinem Werdegang als Holzkünstler.

 

Jetzt erscheint das Schiffsskelett auf den ersten Blick nicht das typische Sujet für einen Familienausflug. Es soll aber zum Gespräch zwischen Menschen jeden Alters einladen, weshalb auch Familien eingeladen sind zu philosophieren. Am 27. März und am 10. April fanden bereits Familienevents rund um das Schiffsskelett statt. Am 5. Mai können alle, die die ersten beiden Veranstaltungen verpasst haben oder noch einmal kommen möchten, sich wieder an der Akku-Kunstkiste versammeln. Dann wird Adrian Küenzi kleine Holzschiffe für Kinder verschenken und zeigen, was man so alles mit einer Kettensäge und Holz kreieren kann.

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Kulturblog Uster

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Kategorie

  • Dies & Das
  • Kunst

Publiziert am

19.04.2026

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