Kunst, Bühne, Dies & Das, Musik

insieme Movers: Dreams – Wenn Tanz zur gemeinsamen Traumlandschaft wird

Tanzen mitten im Raum. Die insieme Movers sind getragen von Hingabe, Vertrauen und dem Mut, sich dem Publikum zu öffnen.

Text: Gisèle Münzner
Interview mit Christina Froidevaux | Geschäftsleitung | Beratungen | insieme Movers

Mitten im Raum zu tanzen. Nah am Publikum. Jede Bewegung, jeder Atem wird wahrgenommen. Präsenz entsteht unmittelbar. So ist Dreams, die Tanzaufführung der insieme Movers, angelegt. Neun getanzte Bilder entwickeln sich aus den individuellen Ausdrucksmöglichkeiten der Tänzerinnen und Tänzer und verbinden sich zu einem abendfüllenden Tanzerlebnis. Bewegung, Musik und Raum greifen ineinander und verlangen Aufmerksamkeit – von den Tanzenden ebenso wie vom Publikum.

Am 23. und 24. Januar 2026 wird diese besondere Form des Tanzes im Stadthofsaal Uster erlebbar. Mit Dreams entführen die insieme Movers ihr Publikum in eine Welt, in der Realität und Fantasie ineinanderfliessen.

Die insieme Movers sind Teil von insieme Zürcher Oberland. Sie bestehen aus Tänzerinnen und Tänzern mit einer kognitiven Beeinträchtigung und stellen Tanz bewusst als künstlerische Ausdrucksform ins Zentrum.

Im Gespräch gibt Christina Froidevaux, Geschäftsleiterin von insieme Zürcher Oberland, Einblick in die Entstehung der insieme Movers, den choreografischen Prozess und die Bedeutung dieser Arbeit für die Tänzer:innen – und für sie selbst.

Vom Jubiläumsprojekt zur festen Tanzgruppe

Die insieme Movers wurden 2012 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von insieme Zürcher Oberland gegründet, erzählt Christina Froidevaux. Neun unterschiedliche Anlässe in neun Gemeinden prägten den Auftakt. Verbunden waren sie durch ein grosses Puzzle: In jeder Gemeinde überreichte eine Gruppe tanzende Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung dem jeweiligen Gemeindepräsidenten ein Puzzleteil in Form einer Tanzperformance. Beim gemeinsamen Abschluss wurden alle Teile zusammengefügt.

Die Begeisterung ist auf beiden Seiten gross gewesen – bei den Tänzer:innen ebenso wie beim Publikum. Deshalb hat man sich entschieden, die insieme Movers als Jahreskurs weiterzuführen und in periodischen Abständen öffentlich aufzutreten. Seit 2019 präsentieren sie im Zweijahresrhythmus ein abendfüllendes Programm im Stadthofsaal Uster.

Tanztechnik als künstlerische Haltung

Gearbeitet wird mit der Tanztechnik von Rosalia Chladek. Für Christina Froidevaux verbindet diese Technik die zentralen Elemente des Tanzes: Bewegung, Wahrnehmung und Persönlichkeitsentwicklung. Gerade für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung bietet dieses System viele Vorteile. Die Bewegungen sind an die individuellen körperlichen Möglichkeiten angepasst, gleichzeitig fördert die Arbeit Achtsamkeit – gegenüber sich selbst und den Tanzpartner:innen.

Wichtig ist zudem der Umgang mit Musik: Sie wird gehört, gespürt und mit der eigenen Körpersprache umgesetzt. Getanzt wird im ganzen Raum, nicht statisch an einem Ort.

Neun Bilder, viele Handschriften

Die Choreografien von Dreams entstehen aus den Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten der einzelnen Tänzer:innen. Christina Froidevaux beschreibt, dass sorgfältig entschieden wird, wer ein Solo oder ein Zweiersolo tanzt und wie sich die Gruppenchoreografien zusammensetzen. Harmonie und Spannungsbogen spielen dabei eine ebenso grosse Rolle wie Mut und tänzerische Sicherheit.

Die Musik ist dabei „matchentscheidend“. Sie muss einen roten Faden bilden, anspruchsvoll sein und gleichzeitig zu den insieme Movers passen. Besonders bei Solos und Duetten dürfen die Tänzer:innen aus einer vorgegebenen Auswahl ihr persönliches Musikstück wählen. Eigene Vorschläge werden aufgenommen, diskutiert und – wenn sie passen – in die Choreografien integriert.

Tanzen im Raum des Publikums

Getanzt wird nicht auf der Bühne, sondern auf dem Boden, inmitten des Publikums. Die insieme Movers tragen Weiss, Licht und Raum sind bewusst reduziert. Für Christina Froidevaux ist dieses Setting zentral: Es ermöglicht eine unmittelbare Nähe und eine intensive Interaktion zwischen Publikum und Tänzer:innen. Das Erlebnis ist intensiv – für beide Seiten.

Vorbereitung mit grossem Engagement

Dem Auftritt fiebern alle entgegen. In den Monaten vor der Aufführung wird das Training stark intensiviert. Neben den wöchentlichen Proben kommen zusätzliche Einheiten an den Wochenenden hinzu. Diese sind für alle obligatorisch und werden mit viel Motivation und Begeisterung absolviert. Dafür verzichteten die Tänzer:innen bewusst auf einen Teil ihrer Freizeit.

Eine gemeinsame Leidenschaft

Die Arbeit mit den insieme Movers beschreibt Christina Froidevaux als grosse Leidenschaft – für sie selbst und für ihren Lebenspartner, den Leiter und Choreografen der Movers. Die persönliche und tänzerische Entwicklung jedes Einzelnen zu begleiten, ist bereichernd. Die Gruppe ist eng verbunden, fast wie eine Familie. Dazuzugehören bedeutet den Tänzer:innen sehr viel. In einem kurzen Teaser erzählen die Tänzer:innen selbst, was Tanzen für sie bedeutet https://www.youtube.com/teaser_insieme_movers

Was das Publikum mitnehmen soll

Das Publikum, so der Wunsch von Christina Froidevaux, soll einen wunderbaren Abend erleben: ein Tanzerlebnis, dargeboten von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung, das berührt – und noch lange nachhallt.

Sie sind herzlich eingeladen

Am 23. und 24. Januar 2026 zeigen die insieme Movers jeweils um 20.00 Uhr ihr neues Programm Dreams im Stadthofsaal Uster. Türöffnung ist um 19.30 Uhr.

Der Eintritt ist frei. Eine Kollekte unterstützt die Realisierung der Produktion. Zudem lebt ein Projekt wie Dreams von Engagement und Unterstützung: Wer die Arbeit der insieme Movers begleiten möchte, kann dies über das laufende Crowdfunding auf der Plattform Lokalhelden tun:
www.lokalhelden.ch/insieme-movers-dreams

Autor

Kulturblog Uster

Kontakt

insieme Zürcher Oberland
Geschäftsleitung
Freiestrasse 29a
8610 Uster
info@insiemezo.ch
0449448555

Kategorie

  • Bühne
  • Dies & Das
  • Kunst
  • Musik

Publiziert am

15.01.2026

Webcode

www.uster-agenda.ch/umgBEh