Kunst, Dies & Das
Kunst in Vielfalt
Malerei, Fotografie, Drahtgebilde und Klang verwandeln das Zeughaus in einen Ort der Begegnung. Die Künstlergruppe Uster zeigt aktuelle Werke und lädt zum persönlichen Austausch ein.
Text: Gisèle Münzner
Interview mit: Leo Willimann, Präsident der Künstlergruppe Uster
Malerei trifft auf Fotografie, Collagen auf Holzskulptur, Drahtgebilde und eine Klangskulptur bringt den Raum zum Tönen. Am 10. September eröffnet die Künstlergruppe Uster ihre diesjährige Werkschau mit einer Vernissage im Gebäude K2 des Zeughausareals. Bis zur Finissage am 20. September präsentiert sie dort Arbeiten aus ganz unterschiedlichen künstlerischen Welten.
Die zehn Mitglieder der Künstlergruppe zeigen gemeinsam mit Ute Monika Schelb und dem Gastkünstler Heinz Schmid, was sie derzeit beschäftigt. Abstrakte und gegenständliche Werke begegnen fotografischen Experimenten, räumlichen Gebilden und akustischen Elementen. Diese Vielfalt prägt den Rundgang und macht die Schau zu einer Momentaufnahme des aktuellen Kunstschaffens in und um Uster.
Seit 1982 gemeinsam sichtbar
Die Künstlergruppe Uster wurde 1982 von Kunstschaffenden aus Uster gegründet. Ihr Ziel war es, ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Zusammensetzung hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, die ursprüngliche Idee ist jedoch geblieben.
«Eine Einzelausstellung ist sehr aufwendig. Gemeinsam mit einer Gruppe auszustellen, ist wesentlich einfacher», erklärt Präsident Leo Willimann. Der Zusammenschluss schafft aber nicht nur Sichtbarkeit. Er ermöglicht auch Gespräche über künstlerische Vorgehensweisen, persönliche Motivation und die Vermittlung von Kunst.
Die Mitglieder bringen eigene Biografien, Erfahrungen und Ausdrucksformen mit. «Verschiedene Auffassungen machen die Gruppe lebendig und spannend», sagt Leo Willimann. Diese Offenheit erlaubt es, die eigene Arbeit aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und neue Impulse aus dem Austausch mitzunehmen.
Freiraum für persönliche Themen
Jedes Mitglied entscheidet selbst, welche Werke es in der diesjährigen Ausstellung zeigen möchte. Dadurch erhält das Publikum Einblick in jene Fragen, Materialien und Techniken, die das aktuelle Schaffen der Beteiligten prägen.
«Jeder stellt aus, was ihn gerade beschäftigt», beschreibt Leo Willimann diesen Freiraum. So führt der Weg von abstrakter und gegenständlicher Malerei zu Fotografien und fotografischen Experimenten. Gedruckte Bilder werden zu Collagen, Draht entwickelt sich zu räumlichen Gebilden und Klang selbst zum künstlerischen Material.
Die Verbindung zwischen den Arbeiten entsteht nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch ihre gemeinsame Präsenz. Farben, Formen und Materialien treten miteinander in Beziehung. Nach einem detailreichen Bild kann eine reduzierte Fotografie den Blick beruhigen; eine plastische Arbeit verändert wiederum die Wahrnehmung des Raumes. Jeder Wechsel eröffnet eine neue Perspektive.
Gäste erweitern den Rundgang
Mit Ute Monika Schelb und Heinz Schmid kommen zwei weitere künstlerische Positionen hinzu. Ute Monika Schelb nimmt als Beitrittskandidatin teil. Heinz Schmid wurde als Gast eingeladen und bringt mit seinen plastischen Gebilden eine zusätzliche räumliche Dimension in die Präsentation.
Seine Klangskulptur erweitert das Erlebnis über das Sichtbare hinaus. Neben Farben, Flächen und Formen wird auch das Hören Teil der Ausstellung. Das Werk kann die Aufmerksamkeit verändern, den Raum neu gliedern und einen unerwarteten Zugang zu den umliegenden Arbeiten schaffen.
Die Werkschau macht damit erfahrbar, wie unterschiedlich Kunst sein kann: als Bild an der Wand, als Objekt im Raum oder als Klang, der sich für einen Moment mit der Umgebung verbindet.
Musik zwischen den Kunstwerken
Eröffnet wird die Vernissage von Eva Wasem von der Stadt Uster. Für die musikalische Begleitung sorgen Raquel und Lyn Lechner mit Klarinette und Querflöte.
Die warmen Töne der Klarinette und die helleren Klänge der Querflöte begleiten das Publikum durch den Abend. Zwischen Gemälden, Fotografien und Installationen entsteht eine Atmosphäre, in der Musik und bildende Kunst aufeinandertreffen. Die Besucher:innen können den Blick schweifen lassen, bei einzelnen Werken verweilen und das Zusammenspiel von Kunst und Musik erleben.
Begegnungen hinter den Werken
Der Sonntagsapéro am 13. September bietet Gelegenheit, die beteiligten Kunstschaffenden persönlich kennenzulernen. Sie begleiten das Publikum durch die Ausstellung und erzählen von ihrer Motivation sowie von der Entstehung ihrer Arbeiten.
Ein fertiges Werk entwickelt sich selten geradlinig aus einer ersten Idee. Dazwischen liegen Versuche, Entscheidungen und manchmal überraschende Wendungen. Weshalb wurde eine bestimmte Technik gewählt? Welche Bedeutung hat das Material? Und an welchem Punkt fühlt sich eine Arbeit vollendet an?
Solche Fragen lassen sich im direkten Gespräch anders erkunden als über eine Werkbeschriftung. Die Besucher:innen erhalten Einblick in Gedanken und Arbeitsprozesse, während die Kunstschaffenden ihre eigene Perspektive einbringen. Dadurch wird die Führung zu einem Austausch zwischen den Menschen vor und hinter den Werken.
Gemeinsam ausstellen, gemeinsam gestalten
Kunst entsteht häufig allein im Atelier. Die Künstlergruppe schafft dazu einen Gegenpol: einen Ort für Gespräche, gegenseitige Unterstützung und Begegnungen mit Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Kunst beschäftigen.
Auch der jährliche Auftritt ist eine Gemeinschaftsarbeit. Planung, Organisation, Aufbau und Präsentation werden von den Mitgliedern gemeinsam getragen. Aus vielen eigenständigen Werken entwickelt sich so ein Gesamtbild – vielfältig in seinen Ausdrucksformen und verbunden durch das Engagement der Beteiligten.
Die Ausstellung im Zeughaus lädt dazu ein, diese Gemeinschaft kennenzulernen, neue künstlerische Positionen zu entdecken und mit den Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen.
Ausstellung der Künstlergruppe Uster 2026VERNISSAGE Donnerstag, 10. September 2026, 19 Uhr, Ausstellung offen ab 18 Uhr AUSSTELLUNG Freitag 11. bis Sonntag 20. September 2026 ÖFFNUNGSZEITEN Montag bis Samstag, 15 bis 19.30 Uhr; Sonntag, 13 bis 17 Uhr SONNTAGSAPÉRO MIT FÜHRUNG Sonntag, 13. September 2026, ab 10.30 Uhr FINISSAGE Sonntag, 20. September 2026 ORT Zeughausareal, Gebäude K2, Berchtoldstrasse 10, Uster Weitere Informationen: www.kuenstlergruppe-uster.ch |
Autor
Kulturblog Uster
Kontakt
Künstlergruppe Uster
Leo Willimann
Zeughausareal, Gebäude K2, Berchtoldstrasse 10,
Uster
Kategorie
- Dies & Das
- Kunst
Publiziert am
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www.uster-agenda.ch/yewd4g