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Zirkusspass zum Mitmachen

In der Zirkusfabrik filacro gibt es viel zu entdecken. Beim Eltern-Kind Circus Event - kurz "Elki" - kommen die kleinen ganz gross raus. Doch auch für grosse Kinder hat filacro einiges zu bieten.

Um hinter die Kulissen des Elki-Events zu gucken, müssen wir zunächst einmal einen Blick auf filacro werfen. Wer steckt dahinter und was kann man hier alles erleben? Um diese und andere Fragen zu beantworten, habe ich mit dem Gründer und Leiter der Zirkusfabrik filacro und dem Elki-Event, Martin Henzi, gesprochen. 


Martin, wie ist die Zirkusfabrik filacro entstanden?

Die Wurzeln von filacro reichen bis ins Jahr 1999 zurück. Damals entstand in Uster das «Artistik-Studio filacro». Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt die heutige Zirkusschule filacro. Heute verfügt filacro über einen eigenen Circus-Space in einer ehemaligen Fabrikhalle und bietet regelmässige Kurse, Workshops, Ferienkurse und inklusive Zirkusangebote an.

Für wen sind denn diese Kurse geeignet?

Die Kurse sind für verschiedene Altersgruppen – von den Kleinsten über Kinder und Jugendliche bis hin zu Erwachsenen und zu Senioren. Besonders bei Jugendlichen stehen neben den Grundlagen auch artistische Techniken, Kreativität, eigene Projekte und das gemeinsame Entwickeln von kleinen Nummern im Mittelpunkt.

Was bedutet filacro eigentlich?

Der Name filacro verbindet zwei Begriffe: Das französische «fil» bedeutet Seil, «acro» steht für Akrobatik. Der frühere Slogan lautete deshalb auch augenzwinkernd: «Viel Akro bei filacro». Heute steht der Name für weit mehr als Artistik allein. Er steht für einen Ort, an dem Menschen sich bewegen, ausprobieren, begegnen und entwickeln können.

Wer steckt denn eigentlich hinter filacro?

Während des Jahres arbeitet vor allem ein Trainer. In den Ferienkursen wächst das Team auf etwa zehn Personen an. Dazu kommen Assistent:innen, Helfer:innen und Gasttrainer:innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von Luftakrobatik über Jonglage und anderem. Diese Vielfalt bereichert die Kurse und ermöglicht ein breites Angebot.

Und wie sah dein Weg zum filacro aus?

Am Anfang stand der Wunsch, Menschen zum Lachen zu bringen und sie zu berühren. Nach der Ausbildung an der Bewegungstheaterschule Dimitri folgte die Ausbildung an der staatlichen Artistenschule in Budapest. Danach war ich viele Jahre mit verschiedenen Produktionen und Tourneen in Europa unterwegs – als Seiltänzer, Artist und Mitglied vom Ensemble «paradogs» im zeitgenössischen Bewegungstheater. Parallel dazu leiteten wir Workshops und unterrichteten Akrobatik, Körperausdruck und Seiltanz. Aus dieser Verbindung von Bühnenarbeit und Vermittlung entstand schliesslich filacro, das bis heute ein Ort für Bewegung, Kreativität und Begegnung ist.

Der Begegnunsort zeigt sich ja auch in der Zusammenarbeit mit insieme Zürcher Oberland. Ihr führt also auch Zirkuskurse für Erwachsene mit kognitiver Beeinträchtigung durch. Wie ist diese schöne Kooperation entstanden?

Die Zusammenarbeit entstand aus dem Wunsch von insieme Zürich Oberland, nach dem Aktionstag für Behindertenrechte ein regelmässiges Zirkusangebot aufzubauen. Daraus entwickelte sich ein inklusiver Kurs, der heute ein fester Bestandteil als «Zirkus-Dorf» geworden ist. Besonders schön ist, dass daraus nicht nur ein Kurs, sondern eine lebendige Gemeinschaft entstanden ist.


Was begeistert dich besonders an den Kursen mit insieme Zürcher Oberland?

Mich begeistert die Offenheit der Menschen. Viele begegnen einem direkt, herzlich und ohne Vorurteile. Es entsteht eine besondere Atmosphäre, in der Menschen sich zeigen dürfen, wie sie sind. Diese Begegnungen sind berührend, überraschend und sehr menschlich.

 

Ich kann mir vorstellen, dass es es genauso überraschende und berührende Momente beim Elki-Event gibt. Wie ist denn der Elki-Circus-Event entstanden?

Der Elki-Circus entstand aus einer spontanen Idee. Wir wollten ein unkompliziertes Angebot schaffen, das Familien einen einfachen und spielerischen Zugang zur Zirkuswelt ermöglicht. Eltern, Grosseltern und Kinder können gemeinsam entdecken, ausprobieren und sich bewegen – ohne Leistungsdruck und mit viel Freude.

Der Elki-Zirkus bietet ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie. Kinder und Erwachsene können verschiedene Zirkusdisziplinen kennenlernen, Neues ausprobieren, miteinander spielen und kleine Erfolgserlebnisse teilen. Dabei steht nicht die Leistung im Vordergrund, sondern die Freude an der Bewegung, am Staunen und am gemeinsamen Erleben.

 

Es gab ja schon ein paar Elki-Events und es wird in den nächsten Monaten ja noch weitere geben. Wie sahen die bisherigen Elki-Events aus, damit man sich ein Bild davon machen kann?

Die bisherigen Elki-Events waren sehr abwechslungsreich, lebendig und voller Überraschungen. Oft entstehen lustige Begegnungen zwischen den Generationen: Kinder zeigen den Erwachsenen ihre Welt, Erwachsene entdecken ihre spielerische Seite wieder. Es wird gelacht, ausprobiert und manchmal entstehen ganz spontan kleine Vorführungen.

Die jüngsten Teilnehmenden waren etwa ein Jahr alt. Die meisten Kinder sind zwischen vier und zehn Jahren. Gleichzeitig erleben wir immer wieder, dass auch ältere Geschwister, Eltern oder Gotte oder Götti mitmachen und ihren Platz im Zirkus finden.

Noch einmal zurück zum filacro. Was wünscht du dir für die Zukunft der Zirkusfabrik?

Ich wünsche mir, dass sich die Werte und die ursprüngliche Absicht von filacro weiter vertiefen können. Natürlich gehören Tricks, Technik und artistische Fähigkeiten zum Zirkus. Aber letztlich geht es um mehr: um Aufmerksamkeit, Begegnung und persönliches Wachstum.

Mich begleitet dabei der Gedanke, dass jeder Mensch etwas Eigenes mitbringt und dass Entwicklung dort geschieht, wo Menschen gesehen werden und sich entfalten dürfen. Im besten Fall lernen wir im Zirkus nicht nur einen Handstand oder einen neuen Trick, sondern auch etwas über uns selbst und darüber, wie wir miteinander umgehen.

Wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Halle mit etwas mehr Mut, Freude, Vertrauen oder Staunen verlassen, dann ist das für mich genauso wertvoll wie jede artistische Leistung.

Zum Schluss: Was ist das Schönste, das du im Elki-Circus oder bei filacro erlebt hast?

Einen einzelnen Moment kann ich kaum nennen. Es sind die vielen kleinen Augenblicke, die in Erinnerung bleiben: ein Kind, das etwas wagt, eine Familie, die gemeinsam lacht, eine spontane Vorführung oder ein unerwarteter Erfolg. Für mich sind es vor allem die Momente, in denen jemand ganz bei der Sache ist. Wenn die Aufmerksamkeit ganz im Moment ankommt und Kopf und Körper sich die Hand reichen, entsteht etwas Magisches. Solche Augenblicke sind für mich der eigentliche Zauber des Zirkus.

Danke, Martin Henzi für ein magisches Interview. Wer gerne als Familie beim Elki-Circus-Event mitmachen möchte, kann dies unter anderem am 4. Juli 2026. Wer dann verhindert ist, hat noch jeden Monat bis Ende Jahr die Gelegenheit teilzunehmen. Die genauen Daten sowie weitere Informationen zur Anmledung finden Sie im Veranstaltungskalender der Usteragenda. 

Autor

Kulturblog Uster

Kontakt

filacro
Martin Henzi
Stationsstrasse 67
Nänikon-Greifensee
info@filacro.ch

Kategorie

  • Brauchtum / Feste
  • Bühne
  • Dies & Das

Publiziert am

25.06.2026

Webcode

www.uster-agenda.ch/vkFk7a