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Zwischen See und Swing: Seit über 20 Jahren Jazz am See in Greifensee
Jazz, Groove und grosse Stimmen: Seit über 20 Jahren erklingt in Greifensee Live-Jazz auf hohem Niveau. Ein Blick hinter die Kulissen – und auf das kommende Konzert mit Bernold’s Four.
Text: Gisèle Münzner
Interview mit Felix Pfister – Jazz am See
Seit über zwanzig Jahren gehört Jazz am See zur Kulturlandschaft rund um den Greifensee. Was einst mit der Initiative zweier Jazzliebhaber begann, hat sich zu einer festen Konzertreihe entwickelt, die Musikfans aus der Region regelmässig zusammenbringt. Hinter den Konzerten steht ein engagiertes Team, das mit viel Erfahrung, Leidenschaft und einem feinen Gespür für Qualität Jahr für Jahr ein abwechslungsreiches Programm auf die Bühne bringt.
Ein Verein mit Geschichte – und frischen Ideen
Die Konzertreihe Jazz am See geht auf das Jahr 2002 zurück. Damals entstand aus der Initiative von Jazzliebhabern die Idee, Konzerte in der besonderen Atmosphäre am Greifensee zu veranstalten. Vor rund zehn Jahren kam es zu einem Generationenwechsel.
„Dabei konnten wir neue Mitglieder organisch ins Team integrieren und gleichzeitig die Kontinuität des Vereins bewahren“, erklärt das Organisationskomitee.
Heute arbeitet ein eingespieltes Team daran, das musikalische Programm weiterzuentwickeln – mit einem klaren Anspruch: Qualität, Vielfalt und eine offene Interpretation des Jazz.
Vom Festival zur Konzertreihe
Lange Zeit war Jazz am See vor allem für sein Festival auf der Schlosswiese bekannt. Bis 2019 fand dort jedes Jahr ein zwei- bis dreitägiger Anlass im Zelt statt – mit direktem Blick auf den See.
Mit dem Bau des neuen Landenberghauses änderte sich das Konzept. Das Festival wurde durch eine Konzertreihe ersetzt. Heute organisiert der Verein sechs bis sieben Konzerte pro Jahr.
Diese Neuausrichtung brachte nicht nur organisatorische Vorteile, sondern auch mehr Flexibilität bei der Programmgestaltung.
Jazz – offen für viele Einflüsse
Die musikalische Auswahl liegt seit 2012 in den Händen von Marianne und Felix Pfister. Eine Regel ist dabei zentral:
Nur Bands, die sie selbst live erlebt haben, kommen infrage. Ebenfalls achten sie darauf, dass fast ausschliesslich Profimusiker auftreten.
„Entscheidend sind höchste musikalische Qualität und stilistische Vielfalt. Wir setzen ausschliesslich auf Profimusikerinnen und -musiker“, erklärt das Team.
Der Jazzbegriff wird dabei bewusst weit gefasst. Neben klassischen Jazzstilen finden auch Einflüsse aus Rock ’n’ Roll, Reggae oder anderen Genres ihren Platz im Programm – solange eine klare Verbindung zum Jazz erkennbar bleibt.
Unvergessliche Konzertmomente
Über die Jahre hat Jazz am See zahlreiche besondere musikalische Momente erlebt.
2025 sorgte die isländische Kultband Mezzoforte, die nur selten ausserhalb ihres Heimatlandes auftritt, für ein besonderes Konzerterlebnis. Ein Jahr zuvor riss Vanessa Collier das Publikum mit ihrer energiegeladenen Performance mit, und zum 20-jährigen Jubiläum im Jahr 2022 gelang es dem Verein, mit Candy Dulfer einen internationalen Weltstar nach Greifensee zu holen. Ein spezielles Highlight ist jeweils der Auftritt der drei Top-Pianisten Dave Ruosch, Chris Conz und Maurice Imhof, die auf zwei Flügeln unter dem Label «Jazz meets Classic» das Publikum begeistern. Dieser Zyklus wurde vom Jazzclub Greifensee ins Leben gerufen und wird mittlerweile schweizweit aufgeführt.
Doch nicht immer läuft hinter den Kulissen alles reibungslos. Ein Beispiel bleibt dem Team besonders in Erinnerung:
Beim Konzert der Bluesrock-Gitarristin Vanja Sky fehlte kurz vor Konzertbeginn ein Teil der Bühnenausrüstung. „Dank unserer guten Beziehungen zu Andi von DP-Technik konnte das Problem innerhalb von 90 Minuten gelöst werden. In diesem Moment war uns allerdings nicht zum Lachen zumute – wir haben Blut und Wasser geschwitzt.“
Musik, die verbindet
Was das Team immer wieder motiviert, sind die Reaktionen des Publikums. Standing Ovations, begeisterter Applaus und persönliche Rückmeldungen zeigen, wie sehr die Konzerte geschätzt werden.
„Es ist weniger ein einzelner Moment als vielmehr die immer wiederkehrenden Begegnungen und Reaktionen des Publikums“, sagt das Organisationskomitee. „Diese Erlebnisse bestätigen uns stets aufs Neue, warum wir dieses Engagement mit so viel Freude und Herzblut ausüben.“
Ein Blick auf das nächste Konzert
Am Freitag, 20. März, steht bei Jazz am See bereits das nächste Konzert auf dem Programm.
Zu Gast ist Bernold’s Four featuring Lilly Thornton – eine Formation, die laut Veranstaltern „einen faszinierenden Querschnitt durch 100 Jahre Jazzgeschichte“ präsentiert.
Das Publikum erwartet eine musikalische Reise durch verschiedene Epochen des Jazz – facettenreich interpretiert und mit grosser Leidenschaft dargeboten.
Ein weiterer Abend, an dem Greifensee zum Treffpunkt für Jazzliebhaberinnen und Jazzliebhaber wird.
Weitere Informationen zum Konzert und zum Programm von Jazz am See finden sich auf https://www.jazz-am-see.ch
Autor
Kulturblog Uster
Kontakt
Jazz am See
www.jazz-am-see.ch
sekretariat@jazz-am-see.ch
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